Zum Inhalt springen

Müller Hans-Jörg

Aus earthwiki

Hans-Jörg Müller

Hans-Jörg Müller (* 14.06.1963, † 19.02.2019) war Geomant, Künstler, Ausbilder und Autor. Er gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der modernen europäischen Geomantie und engagierte sich über viele Jahre maßgeblich für deren Ausbildung, Vernetzung und institutionelle Entwicklung in Akademien, Berufsverbänden und internationalen Initiativen.

Biografie

Hans-Jörg Müller entstammte der künstlerischen Szene und wandte sich in den 1980er-Jahren intensiv der Geomantie, Radiästhesie und Landschaftswahrnehmung zu. Sein besonderes Anliegen war es, die verstreuten Traditionen der europäischen Geomantie zusammenzuführen und daraus eine fundierte Ausbildung zu entwickeln.

1993 erarbeitete er gemeinsam mit Stefan Brönnle das erste systematische Ausbildungskonzept für Geomantie im deutschsprachigen Raum. Aus diesem Kreis entstand zunächst der Freundeskreis für Geomantie und wenig später die Hagia Chora – Schule für Geomantie, der ersten umfassenden Ausbildungsinitiative für moderne Geomantie im deutschsprachigen Raum. Später gründete und leitete er die axis mundi Akademie, die sich der Ausbildung in Geomantie und Geokultur widmete. Darüber hinaus war er Mitbegründer des Berufsverbands für ganzheitliche Raumkultur (BGR) sowie des Europäischen Verbands für ganzheitliche Raumkultur (EAS).

Hans-Jörg Müller verstand Geomantie und Geokultur als umfassende Kulturarbeit und als bewusste Beziehung zwischen Mensch, Landschaft und Erde. Als Lehrgangsleiter prägte er zahlreiche Geomantinnen und Geomanten der zweiten Generation. Sein früher Tod im Frühjahr 2019 bedeutete einen großen Verlust für die deutschsprachige Geomantieszene.

Quellen

Webseite der axis mundi Akademie, www.axis-mundi.info (geschlossen)

Webseite Berufsverband für ganzheitliche Raumkultur (BGR), www.bgr-ev.de

Webseite Europäischer Verband für ganzheitliche Raumkultur (EAS), www.eas-ev.eu

Bibliografie

Keine Bücher veröffentlicht

Artikel

Müller, Hans-Jörg: Moderne Genialogie. in: Hagia Chora, Nr. 6, 2000

Müller, Geomantie, Genius Loci, Anima Loci

Müller entwickelt in diesem Beitrag den Begriff der „Genialogie“ als eine Erweiterung der Auseinandersetzung mit dem Genius Loci. Im Mittelpunkt steht die Vorstellung, dass Orte nicht allein durch ihre materiellen Eigenschaften bestimmt sind, sondern eine eigene Identität und Atmosphäre entwickeln können. Der Genius Loci wird dabei als Ausdruck einer lebendigen Beziehung zwischen einem begrenzten Raum, seinen Qualitäten und den Menschen verstanden, die mit ihm in Beziehung treten. Müller überträgt diese Betrachtung auf die Gestaltung und Nutzung von Lebens- und Arbeitsräumen und verbindet geomantische Wahrnehmung mit Fragen von Identität, Atmosphäre und Raumgestaltung. Der Beitrag gehört zu den wichtigen Grundlagen für Müllers später ausgearbeitete Vorstellung einer „Genialogie“.

Müller, Hans-Jörg: Das Raumpsychogramm. in: Feng Shui Journal 3/2003

Müller, Raumpsychologie, Feng Shui

Müller beschreibt mit dem Raumpsychogramm eine Methode, räumliche Strukturen als Ausdruck von Wahrnehmungs-, Lebens- und Beziehungsmustern zu untersuchen. Räume werden dabei nicht ausschließlich nach ihrer Funktion oder äußeren Gestaltung betrachtet, sondern als Spiegel menschlicher und sozialer Prozesse verstanden. Die Analyse bezieht die Anordnung, Form und Nutzung eines Raumes ebenso ein wie seine Atmosphäre und die Wahrnehmung durch die Menschen, die sich darin aufhalten. Der Ansatz verbindet damit Elemente der Raumpsychologie mit geomantischer Raumwahrnehmung und steht zugleich in Beziehung zu Fragestellungen des Feng Shui. Das Raumpsychogramm wird insbesondere als Instrument verstanden, um verborgene oder unbewusste Qualitäten eines Raumes sichtbar und für die Gestaltung nutzbar zu machen.

Müller, Hans-Jörg: Das Logo und die Kraft der Zeichen. Teil 1 bis 5 in: Hagia Chora 25 – 30 / 2007

Müller, Raumpsychologie, Feng Shui

In der fünfteiligen Artikelserie untersucht Müller die Wirkung von Zeichen und insbesondere von Logos aus einer geomantischen und raumpsychologischen Perspektive. Ein Logo wird dabei nicht lediglich als grafisches Erkennungszeichen betrachtet, sondern als verdichtete Form, in der sich Identität, Aussage und Wirkung einer Organisation oder eines Unternehmens ausdrücken können. Müller beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Form, Symbolik, Wahrnehmung und räumlicher Wirkung und stellt Bezüge zur geomantischen Betrachtung von Orten und Gebäuden her. Die Analyse des Zeichens wird damit Teil einer umfassenderen Betrachtung von Identität und Raum. Die Serie verbindet Fragen der Gestaltung mit geomantischen Vorstellungen über die Wirkung von Formen und Symbolen.

Müller, Hans-Jörg: Genius Loci und Genialogie. Der Genius Loci und sein anthropologischer Bezug für eine neue Praxis der Gestaltung von Identität; in: Genius Loci. Der Geist von Orten und Landschaften in Geomantie und Architektur, herausgegeben von Lara Mallien und Johannes Heimrath, Drachen Verlag, Klein Jasedow 2009, S. 114–147

Müller, Geomantie, Genius Loci, Anima Loci

Müller untersucht in diesem Beitrag die Beziehung zwischen dem Genius Loci und der menschlichen Identität. Ausgangspunkt ist die Vorstellung, dass ein Ort eine eigene Atmosphäre, Eigenart und Identität besitzt und dadurch in Wechselwirkung mit den Menschen steht, die ihn bewohnen oder gestalten. Mit dem Begriff der Genialogie entwickelt Müller daraus einen Ansatz, der den Genius Loci stärker auf menschliche und soziale Prozesse bezieht. Diese Perspektive überträgt geomantische Vorstellungen auf die Gestaltung von Lebensräumen, Gebäuden und Identitäten und eröffnet zugleich einen Zugang zur Frage, wie Unternehmen und andere soziale Einheiten mit ihren räumlichen Umgebungen verbunden sind. Der Beitrag führt damit zentrale Gedanken aus Müllers früherer Arbeit weiter und verbindet Geomantie, Ortsidentität und Gestaltung.